Kernstaub: Über den Staub an Schmetterlingsflügeln

Informationen zum Buch:

Seitenzahl: 980 Seiten
Verlag: Drachenmond-Verlag
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2016
Formate: ebook / Taschenbuch
Preise: 4,99€ / 19,90€

Klappentext:

»Wir haben nach neuen Welten gesucht, aber keine gefunden. Also nahmen wir die unsere und versuchten, sie schöner und leuchtender zu machen. Doch je mehr Licht wir ihr gaben, umso tiefer wurden ihre Schatten.«

Mara hat vergessen, dass sie bereits seit Hunderten von Leben vor den Wächtern des ewigen Systems flieht. Durch den Mord an ihr wollen sie den Weg aller Seelen zur Perfektion ebnen.

Ihr Dasein wird in diesem Leben lediglich von ihrer immensen Angst vor Uhren bestimmt. Doch als die Wächter sie erneut aufspüren, um sie aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu tilgen, verschiebt sich das Gleichgewicht der Dimensionen: Uralte Erinnerungen kehren zurück, eine längst vergessene Liebe erwacht von Neuem und Kriege spalten den Planeten.

Und über allem schwebt die Frage: Wenn die ganze Welt dich hasst, würdest du dich trotzdem für sie opfern?

Meine Meinung zum Buch:

Kernstaub ist eine Geschichte, an der ich noch lange nach dem Lesen in Gedanken hängen bleiben werde…

Der Schreibstil der Autorin hat mich schon fasziniert. Gerade zu Beginn musste ich mich jedoch erst einmal daran gewöhnen. Zog sich für mich der Anfang noch in die Länge, so konnte ich bald meine Augen kaum vom Buch lassen. Marie Grashoff schreibt unglaublich bildgewaltig und träumerisch. Sie ist ein Poet. Ihre Sätze sind sehr verschachtelt und voller Details, die leider die Geschichte an so manchen Stellen unnötig in die Länge gezogen haben. Die verschachtelten Sätze machten mir das Lesen zwar nicht unbedingt leichter, jedoch ließen sie mich oft innehalten und nochmal genauer über das Gelesene nachdenken. Irgendwann wurde es mir aber zu viel, da es den Lesefluss enorm störte.

Konkret befinden wir uns in Kernstaub zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mara ist ein sehr schüchternes, an manchen Stellen allerdings auch nerviges Mädchen, welches relativ unbekümmert lebt. Doch sie ist ein weitaus größeres Wesen in einem viel größerem Komplex im Universum.

Stück für Stück enthüllt die Autorin die Vergangenheit der Personen und zeigt dem Leser so, warum jeder der Charaktere so geworden ist. Jeder einzelne ist sehr gut durchdacht und fügt sich in die Geschichte ein.

Die Grundstimmung im Buch ist eher düster und lässt einem beim Lesen eine gewisse Schwere spüren. Durch die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge, fühlte es sich immer wieder wie Rätselraten an, was die Dynamik oft unterbrach und somit auch die Spannung beim Lesen. Das System der Seelen war recht kompliziert. Hat man es erstmal begriffen, ist ein klar definierter roter Faden erkennbar.

Fazit: Kernstaub ist definitiv keine Geschichte für zwischendurch. Sie folgt einer gewissen eigenen Struktur und Dynamik und weist durch die vielen Ideen der Autorin ein großes Potential auf. Marie Graßhoff hat sich ausprobiert, verschiedene Einflüsse miteinander kombiniert und eine Welt geschaffen, die ihresgleichen sucht. Für mich war es definitiv interessant, aber durchaus noch ausbaufähig. Demnach die Bewertung von dreieinhalb Sternen.

BEWERTUNG ★★★

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